Natur-Coaching

Pflanze des Monats März:

Bärlauch

Im zeitigen Frühjahr, wenn die Kröten in der ersten warmen Nacht wandern, zeigt sich der Bärlauch. Innerhalb weniger Tage schießt er aus dem weichen, belaubten Waldboden mit einer solchen Kraft, dass das wie zu einer Nadel zusammengerollte Blatt ihm im Wege liegende Blätter einfach durchbohrt. Ja, er will jetzt ans Licht! Mit aller Vehemenz. Flächendeckend entsteht ein grüner Teppich im Wald. An sonnigen Tagen kann es ein, dass ein Hauch von Bärlauch in der Luft liegt und dir den Weg zu ihm zeigt.

Wo finde ich Bärlauch?

Der Bärlauch liebt Flusstäler, an deren Hängen er sich ausbreitet. Die feuchte Luft gefällt ihm, aber auch die Wärme der Frühlingssonne, die er an den Hängen unter den noch nicht belaubten Bäumen sehr gut einfangen kann. Es darf aber auf keinen Fall zu viel Sonne sein – er bevorzugt die Nordhänge. Während die Bäume erst langsam anfangen, das Wasser nach oben zu den Knospen zu pumpen, steht er schon da und streckt seinen Bauch ins Licht, denn der Bärlauch präsentiert seine Blattunterseite nach oben: Hier bin ich!

Daran erkennst du Bärlauch

Die anfangs noch zarten, seidig glänzenden Blätter verströmen beim Zerreiben einen unverwechselbaren Knoblauchduft. Das ist sehr wichtig zu wissen, denn der Bärlauch kann sehr leicht mit dem ätzend scharfen, gefleckten Aronstab verwechselt werden oder dem giftigen Maiglöckchen. Beide lieben ebenso den Laubwald und erscheinen mit ihren für den Unerfahrenen ähnlichen Blättern. Die Blätter des Aronstabs sind von ihrer Form her im voll entwickelten Zustand nicht lanzettlich wie die des Bärlauchs und deutlich mit schwarzen Flecken gekennzeichnet. Wenn man allerdings den Bärlauch mit den Händen rupft, kann es sein, dass man den allerorts dazwischen stehenden Aronstab mit erwischt. Ich empfehle die Bärlauchblätter einzeln zu pflücken, indem man sie einfach mit Daumen und Zeigefinger abzwickt. Die Maiglöckchen erscheinen je nach Witterungsbedingung meistens deutlich später. Charakteristisch ist, dass aus einem Trieb immer zwei Blätter entstehen, die unten in einem Stängel zusammengefasst sind. Beim Bärlauch, der als Liliengewächs aus einer Zwiebel entsteht, gibt es immer nur ein einziges Blatt.

Was kann der Bärlauch?

Der Bärlauch hat, wie der Name schon sagt, Bärenkräfte. Man sagt, dass die Bären, wenn sie im Frühjahr nach einem langen Winterschlaf aus den Höhlen kamen, sich den Bauch mit dem saftigen Bärlauch gefüllt haben, um ihren Darm wieder auf Trab zu bringen. Ob das stimmt, weiß ich nicht, aber jedenfalls haben die für Lauchgewächse typischen Senfölglykoside eine reinigende Wirkung auf den Darm, denn sie vertreiben die dort manchmal störend angesiedelten Darmpilze und Hefen. Wie der Knoblauch wirkt der Bärlauch auch reinigend auf die Arterien und vermeidet oder löst dort sogar Plaque, der zur Verstopfung führen kann. Eine Frühjahrskur mit Bärlauch ist also 1x im Jahr richtig gesund und hält fit.

Rezepte

Am besten verzehrt man dazu den frischen Bärlauch. Die Blätter halten sich in feuchte Küchentücher und eine Tüte eingewickelt für einige Tage im Kühlschrank frisch, so dass du dir bei deinem Sonntagsspaziergang im Wald einen Vorrat anlegen kannst. Aber der Bärlauch lässt sich auch ganz gut im eigenen Garten in einer schattigen Ecke ansiedeln, auch wenn er sich dort meistens nicht so rasant vermehrt wie an seinem Lieblingsplatz am Bach. Die Blätter kannst du fast jedem Essen beimischen wie Schnittlauch. Schmeckt in Suppen, Omelett, zu Bratkartoffeln und Gemüsepfannen oder einfach auf Brot mit Butter. Nicht zu toppen ist in meinen Augen das legendäre Bärlauchpesto. Dazu schneidest du die trockenen (!) Blätter möglichst klein mit einer Kräuterwiege und vermischst sie mit etwas Salz und jede Menge gutem Olivenöl. Verfeinert werden kann das Pesto mit gerösteten Pinien- oder Sonnenblumenkernen und natürlich geriebenem Parmesan. Das Salz ist wirklich wichtig, damit das in den frischen Blättern enthaltene Wasser das Pesto nicht verdirbt und es anfängt zu gären. Abgeschlossen mit einer Ölschicht hält sich ein Bärlauchpesto mehrere Wochen.

Wesen des Bärlauchs

Im übergeordneten Sinne verbindest du dich über den Bärlauch mit der treibenden Kraft des zeitigen Frühlings und bringst deinen Körper und Geist so richtig in Schwung. Seine extrem dynamische Ausbreitungskraft kannst du dir für deine Projekte zunutze machen. Er gibt dir einen richtigen Schub (innerhalb weniger Tage erscheint er flächendeckend!) und hilft dir auf die Bühne zu springen und laut zu rufen: Hier bin ich!

Pflanze des Monats März:
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